Während der brasilianischen Game-Ausstellung hat sich Phil Spencer zahlreichen Interviews gestellt und interessante Aussagen getroffen.
So glaube er nicht mehr, dass die Xbox One die PlayStation 4 über Verkaufszahlen weltweit noch gefährden könne. Dies sei auch nicht mehr das wichtigste Ziel von Microsoft, vielmehr wolle man verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und die Xbox als Plattform stärken.
Weiterhin will Spencer die Abwärtskompatibilität auch auf die Spiele der Original-Xbox ausweiten. Schon zur Gamescom hatte Phil gesagt, dass er sich wünsche, dass die aktuelle Xbox-Plattform alle bisherigen Titel abspielen könne, "wie ein PC".
Aber auch zum Thema PC hatte Phil einiges zu sagen. Die 360-Spiele möchte der Xbox-Boss auch auf den PC bringen, natürlich dann auch die Games der OG Xbox. Dazu sollen zukünftig weitere Xbox-Titel auf dem PC landen.
PC und Xbox als Plattform, das scheint der zukünftige Weg von Microsoft sein.
Wie könnte sich das auf die Xbox auswirken. Der neue Microsoft-Boss Satayah Nadella sieht Microsoft vorrangig als Dienstleister, die Qualitäten von Microsoft sieht er als Service, gepaart mit der Herstellung hochwertiger eigener Hardware und technischer Innovation wie HoloLens.
Wir haben unter Windows 10 bereits die Xbox-App, die eine leichte Verschmelzung von PC und Xbox bildet, diverse Spiele wie Killer Instinkt werden unter Windows 10 auch den PC erreichen.
Wird die Xbox zum Service? Was kommt nach der Xbox One?
Einer der größten Konkurrenten im Spielebereich ist Valve, das mit Steam den Platzhirsch unter den Software-Plattformen beheimatet. Valve hat sich dazu entschlossen, mit seiner Plattform auch in die Wohnzimmer einzudringen und hat als Konzept ein eigenes Betriebssystem entwickelt und verteilt den Namen Steam-Box an Dritthersteller.
Schauen wir auf die aktuelle Strategie von Microsoft, so wird rund um Windows 10 solche Hardware entwickelt, die die Vorzüge des Betriebssystems zeigt. Surface Book, Surface Pro, Lumia usw. sind die Hardware, die Microsoft als Leitidee für andere Unternehmen anfertigt und den Endkunden zur Verfügung stellt.
Wäre es also undenkbar, dass Microsoft dieses Konzept auch ähnlich wie Valve auf die Xbox ausweiten will?
Microsoft entwickelt dann anders als Valve eine Leitkonsole und lässt andere Hersteller unter der Lizenz von Microsoft eigene Konsolen produzieren. Diese sind dann aber deutlich näher am klassischen PC. Spiele gibt es für diese Xboxen allerdings nicht durch Steam, sondern es können nur Spiele aus dem Microsoft eigenen Store geladen werden, alle Hersteller könnten aber durch Abwärtskompatibilität auf ein großes Arsenal an Spielen verweisen.
Also vergleichbar mit den Smartphone-Märkten bei Android und eben Windows Mobile. Viele Hersteller produzieren Telefone mit diesem Betriebssystem, Google und Microsoft lassen eigene Geräte herstellen oder machen es gar selbst, entwickeln die Betriebssysteme weiter und dazu auch die Hardware. Im Bereich Smartphone und PC ist die Weiterentwicklung bekanntlich rasant, aber das dürfte für Konsolen schwer nachvollziehbar sein. Ein etwas ausgedehnterer Rhythmus könnte aber aus Sicht von Microsoft Sinn ergeben. Sanftere Generationenwechsel, Ausdehnung der Marke Xbox durch produktive Ideen anderer Unternehmen, stärkere Konsolen für jene, die immer an der Spitze stehen wollen. Eine gewisse Sicherheit für Entwickler, dass Spiele auf einem gewissen Standard immer verwendet werden können.
Natürlich werden Entwickler Schwierigkeiten sehen, die richtige Hardware zu treffen. Denn was nützt das beste Spiel, wenn es nur für einen Bruchteil der Spieler interessant wäre. Das Argument, dass es bei Android auch funktioniert, muss allerdings über den deutlich geringeren Entwicklungszyklus abgewiesen werden. Das valide Argument scheint aber zu sein, dass es beim PC aber auch funktioniert. Und der PC scheint das Vorbild für die zukünftige Entwicklung zu sein.
Neue Designs, ein rascherer Produktionszyklus, keine Generationensprünge mehr, sondern Konsolen in einem ähnlichen Zyklus wie Smartphone und natürlich PCs.
Allerdings würde diese Idee noch Jahre bis zur Marktreife benötigen, erst mit der Einführung der nächsten Generation könnte sie aktuell werden. Oder ein Hirngespinst vom Verfasser bleiben.
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